Ruth Simon (vorne links) mit ihrer Mutter (hinten links), Großmutter (Mitte) und anderen Verwandten, ca. 1933.
Ruth Simon wurde am 24. November 1928 in Heidelberg als Kind von Sophie und Max Samuel Press geboren. Sie verbrachte ihre ersten Lebensjahre im Haus in der Hauptstraße 123, in dem auch ihre Tante Emma Machle und deren Kinder Klara (geb. 1921) und Joseph (geb. 1928) lebten.
Ihre Familie hat Deutschland bereits am 1. Juli 1933 verlassen und ist nach Israel emigriert. Sie hatte die aggressionsgeladene Stimmung am 1. April 1933 miterlebt, als die NS-Regierung die Boykottaktionen gegen jüdisch geführte Geschäfte anlaufen ließ.
Ruth Simon bringt in späteren Jahren mit eigenen Worten die Erfahrungen der Familie zum Ausdruck:
Ab einem gewissen Punkt wurde die Atmosphäre in Heidelberg für meine Familie unerträglich. Mein Onkel besaß einen Laden. Eines Tages wurden die Schaufensterscheiben eingeschmissen und „Jude Jude“ wurde über die gesamte Ladenfront geschrieben. Eines Abends wurde mein Vater auf der Straße angegriffen und furchtbar von einer Bande Männer verprügelt, die „Jude Jude“ schrien. Dieses Ereignis hat bei meinem Vater den Entschluss gefestigt zu fliehen und abzureisen. Das neue Land hat uns mit offenen Armen empfangen und wir dankten Gott, dass wir diesem Inferno entkommen konnten.
Ruth Simon hat, wie die ganze Familie, in Israel ihren neuen Nachnamen – den Mädchennamen der Mutter ihres Vaters – angenommen. Nach ihrer Heirat hieß sie Ruth Hardonag.
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